Immobilien – heiß begehrt und schwer zu bekommen
29. Juli 2009 | Von admin | Kategorie: ImmobilienAuch die Bau- und Immobilienbranche profitiert von der blühenden Wirtschaft der Schweiz. Über 44.000 Wohnungen wurden allein 2007 zum Kauf angeboten – Tendenz steigend. Fallende Preise zieht das allerdings nicht nach sich.
Aus Angst vor dem „Ausverkauf“ des Landes führte die Schweiz in den siebziger Jahren die Lex Koller ein. Dabei handelt es sich um eine Initiative im Immobilienbereich, die den Erwerb von Grundstücken durch Ausländer regelt. Heute wird die Lex Koller nur noch bei nicht selbst genutzten Immobilien und Ferienhäusern angewandt. Die Nachfrage nach Ferienhäusern leidet allerdings keineswegs darunter. Jedes Jahr wird das zu Verfügung stehende Kontingent für Ausländer fast vollkommen ausgeschöpft.
Keine Einschränkungen für gewerbliche Nutzung
Für betriebliche Grundstücksnutzung gibt es aber keine Einschränkungen. Der Schweizer Bundesrat betrachtet die Lex Koller generell als überholt, ihre Auflösung soll 2010 folgen. Die Politik hofft, dass dann mehr Miet-Immobilien gebaut werden. Denn vorrangig bleibt das Ziel, die Zahl von Ferien- und Zweitwohnungen einzuschränken – egal ob diese Schweizern oder Ausländern gehören.
Grund für dieses Vorgehen der Regierung ist die Entstehung regelrechter „Ferienorte“, die nur zur Urlaubszeit bewohnt sind. Rund 20 Prozent aller Ferien- und Zweitwohnungen gehören Ausländern – der Großteil steht außerhalb der Hauptsaison leer. Teilweise bleiben die Betten dieser Wohnungen über 300 Tage im Jahr unbenutzt. Weitergebaut wird dennoch, und das nicht zu knapp.
Schweizer wohnen gern im Eigenheim
Das Wohnen in den eigenen vier Wänden genießt auch in der Schweiz eine hohe Priorität. Jährlich werden über 36.000 Wohnungen benötigt. Vor allem die Eigentumswohnung liegt unter den Immobilien im Trend – schließlich ist sie zum Teil um die Hälfte billiger als ein Einfamilienhaus. Ob für Mehr- oder Einfamilienhäuser: das knapp bemessene Bauland ist in der Schweiz sehr gefragt. Dies wirkt sich auch auf die Grundstückspreise aus: Sie machen meist ein Drittel, wenn nicht einen noch höheren Betrag des Objektpreises aus. Eine gute Alternative zum eigenen Haus in der Schweiz ist das eigene Stockwerk – eine besondere Art des Immobilien-Eigentums. Man ist damit nicht nur Besitzer der eigenen vier Wände, sondern auch Miteigentümer des Grundstücks.
Will man selbst ein Haus bauen, muss man mindestens 20 Prozent Eigenkapital aufbringen. Der Rest kann durch Hypotheken gedeckt werden. Der Traum von eigenen Immobilien in der Schweiz ist damit nicht unrealistischer als in anderen Ländern – trotz des knappen Baugrunds.
Die Schweiz gilt ja ohnehin als Steuerparadies doch es gibt innerhalb des Landes auch noch besonders steuergünstige Kantone und Gemeinden, wie Obwalden und Nidwalden. Es ist wenig überraschend, dass in diesen Gegenden die Nachfrage nach Immobilien besonders groß ist. Die logische Folge: Das Angebot ist rar und teuer. Wenn Topangebote überhaupt auf den Markt kommen, haben es die Preise in sich. Interessenten sollten auf jeden Fall beide Seiten betrachten – die Immobilienpreise und die Steuern. Denn nicht automatisch ist die steuergünstigste auch die billigste Gemeinde.
