Sprachen: Grüezi mitenand! Bonjour! Buongiorno! Bun di!
29. Juli 2009 | Von admin | Kategorie: SprachenFranzösisch, Italienisch, Rätoromanisch, Deutsch – ein Verkehrsschild mit vier Sprachen auf einmal kann einem in der Schweiz durchaus begegnen. Wer jetzt aber denkt, dass vier Sprachen das einzige Problem sind, welches die Verständigung in der Schweiz erschwert, hat sich getäuscht. Er hat nämlich nicht an das bekannte – vielleicht auch berüchtigte – Schwyzerdütsch gedacht. Dieses ist allerdings nicht wie die vier anderen Sprachen im Bundesgesetz verankert.
Das in der Deutschschweiz übliche Schweizerdeutsch klingt äußerst fremd für deutsche Ohren. Und man bekommt es nicht nur zu Ohren, denn die Mundart findet inzwischen auch immer häufiger Eingang in SMS oder E-Mails. Man könnte behaupten, sie hat Hochkonjunktur.
Sprachkurse für Schwyzerdütsch
Wer da nicht außen vor sein will, kann mittlerweile sogar extra Sprachkurse besuchen, um sich den Dialekt anzueignen. Wer sich selbst weiter bilden möchte ohne dafür extra Kurse zu besuchen, kann dies auch, zum Beispiel auf der Website http://www.dialektwoerter.ch. Die Schweizer halten viel von diesen Angeboten, sehen sie doch darin einen Willen zur Integration der „Schwaben“. So betiteln die Eidgenossen die Deutschen und meinen dies nicht durchweg positiv, ist ihnen ihr Nachbarland doch alles in allem oft eher suspekt.
Welcher Kanton welche Sprachen spricht, legt er selbst fest. Hierbei müssen allerdings die Sprachverteilungen innerhalb des Kantons beachtet werden. Die einzigen zwei Kantone, die mehrsprachig sind und dennoch Sprachgebiete räumlich festgelegt haben, sind Bern und Wallis. Mit über 67 Prozent und 17 der 26 Kantone, die einsprachig deutsch sind, spricht trotz der Vielzahl an Sprachen ein Großteil der Bevölkerung Deutsch. Die Ausbreitung der deutschen Sprache in der Schweiz bedroht vor allem das Rätoromanische. Trotz Fördermaßnahmen wird es immer weiter verdrängt.
